Robine Ruschinski
Robine Ruschinski

Warum steigen die Strompreise trotz gesunkener EEG-Umlage?

Da die Strompreise für Privatkunden im Jahr 2021 erneut angestiegen sind und die Prognosen für 2022 Ähnliches vermuten lassen, steigt die Nachfrage nach Photovoltaik auf Eigenheimen. Warum die Strompreise trotz gesunkener EEG-Umlage steigen und warum Photovoltaikanlagen gerade jetzt immer beliebter werden, erfahrt ihr hier.

Darum steigen die Preise für Privatkunden

Seit vielen Jahren steigen die Strompreise für Privatkunden kontinuierlich an. In den letzten 20 Jahren haben sich die jährlichen Kosten fast verdoppelt. Steigen die Preise im selben Tempo weiter, sind die Stromkosten 2040 kaum noch tragbar. Zurzeit liegt der Preis pro kWh auf dem deutschen Markt zwischen 27 und 33 Cent. Damit zahlen deutsche Verbraucher die höchsten Strompreise in ganz Europa.

Viele mag es verwundert haben, dass die Strompreise für Endverbraucher deutlich ansteigen, obwohl die EEG-Umlage von 6,5 Cent/kWh in 2021 auf nur noch 3,7 Cent/kWh in 2022 sinken wird. Der hohe Strompreis liegt jedoch nicht an der EEG-Umlage, wie es des Öfteren fälschlicherweise kommuniziert wird. Mit der EEG-Umlage wird dafür gesorgt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, indem der Betreiber einer Anlage für seinen Strom aus Erneuerbaren, den er ins öffentliche Stromnetz einspeist, eine Vergütung erhält. Doch genau diese EEG-Umlage ist in diesem Jahr gesunken.

Der wahre Grund für den Strompreisanstieg ist der hohe Börsenpreis für den Strom. Doch was hat es mit dem Börsenpreis auf sich? An der Energiebörse, der EEX (European Energy Exchange), werden unter anderem Strom, Erdgas und CO₂-Emissionsrechte gehandelt. Die Börsenpreise unterliegen immer wieder starken Preisschwankungen. Die letzten Jahre bewegten sich die Preise auf einem niedrigen Niveau, während nun ein Anstieg verzeichnet wird. Ein Auslöser für den Preisanstieg an der Börse sind die Lieferengpässe von Erdöl, Kohle und Erdgas. Denn diese Engpässe führen bei den fossilen Rohstoffen zu erheblichen Preissprüngen, da die Nachfrage weiterhin hoch, aber das Angebot niedrig ist. Diese hohen Preise forcieren ebenfalls Schwankungen des Börsenpreises für Strom. Ein höherer Handelspreis an der Börse führt im Nachgang dazu, dass die Stromrechnung der Verbraucher höher ausfällt. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Nachfrage an Photovoltaik steigt

Um den ansteigenden Strompreisen zu entkommen gibt es eine einfache Lösung: Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Eigenheim kann man seinen eigenen Strom nachhaltig produzieren und sich zu großen Teilen unabhängig vom öffentlichen Netz selbst versorgen. Dadurch ist man zukünftig von den stetig steigenden Strompreisen nicht mehr betroffen– aus genau diesem Grund wird Eigenheim-Photovoltaik gerade immer beliebter. Damit hat der Anstieg der Strompreise zumindest etwas Positives: immer mehr Menschen beschäftigen sich aktiv mit der Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien. 

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