Robine Ruschinski
Robine Ruschinski

Ingenieure ohne Grenzen – ein Herzensprojekt

Hilfe zur Selbsthilfe wird weltweit in vielen armen Ländern benötigt. Unser Mitarbeiter Johannes Hüppe engagiert sich bei Ingenieure ohne Grenzen e.V. für ein ganz besonderes Projekt, das wir euch heute vorstellen möchten. 

Das steckt dahinter

Ingenieure ohne Grenzen e.V. wurde 2003 als gemeinnützige Organisation für Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, langfristig wirksame Projekte zu planen und umzusetzen.  Die Geschäftstelle des Vereins sitzt in der deutschen Hauptstadt, während bundesweit ehrenamtliche Helfer*innen in mehr als 30 Regionalgruppen agieren. Die gemeinnützigen Projekte der Engagierten decken verschiedene Teilbereiche ab. Dazu gehören u.a. die gesicherte Versorgung mit Wasser und eine intakte Stromversorgung, der Zugang zu Bildung, saubere Sanitäranlagen und eine Verbesserung der Hygienesituation.

Der Verein konnte bereits Projekte in Äthiopien, Ghana, Marokko, Nepal, Uganda, Kambodscha, Indien, Brasilien und an vielen weiteren Standorten umsetzen. Alle Bauvorhaben werden so geplant, dass regionale Materialien verarbeitet und Dienstleister vor Ort eingebunden werden. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen findet Ingenieure ohne Grenzen praktikable und professionelle Lösungen . Die Projekte gelten als abgeschlossen, wenn die Menschen vor Ort sie unabhängig weiterführen können. Um das sicherzustellen, beinhalten die Projekte auch Aufklärungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in den Projektgebieten.

"Unsere Mission ist es, mit technischem Wissen die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, um das Zusammenwachsen der Welt zu fördern. Deshalb planen und realisieren wir Infrastrukturprojekte und leisten Bildungsarbeit im In- und Ausland." - Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Johannes’ persönliche Geschichte

Vor einigen Jahren ist Johannes durch einen Freund aus seinem Studium auf Ingenieure ohne Grenzen gestoßen. Seit Ende 2017 ist er Teil der Regionalgruppe Köln und engagiert sich dort als Projektleiter. Als wir Johannes nach seinem persönlichen Ziel fragten, musste er nicht lange überlegen. Durch das Projekt kann er seinen eigenen Beitrag dazu leisten, etwas Gutes zu tun: „Hier in Deutschland nimmt man alles, was man hat, als selbstverständlich an. Die Projekte öffnen einem in vielen Dingen die Augen. Bei Ingenieure ohne Grenzen kann ich etwas machen, das direkt vor Ort ankommt und wo ich sehen kann, dass es hilft.“ Johannes begleitet seit seinen Anfängen bei Ingenieure ohne Grenzen ein besonderes Projekt, das dieses Jahr fertiggestellt wird. Das Projekt „Bildung für Anschluss – Anschluss für Bildung“ wird von der Kölner Regionalgruppe in Tansania, östlich vom Kilimandscharo, umgesetzt. Das Ziel dabei ist, eine Verbesserung der Lehrmöglichkeiten durch den Ausbau der Wasserversorgung an der Secondary Maki School zu schaffen.

Das ist Johannes vor dem Energiegewinner-Büro in Köln.

Ein Herzensprojekt

Die Strom- und Wasserversorgung der Schule fand das Kölner Team bei dem ersten Besuch in Tansania in einem desolaten Zustand vor. Aufgrund der mangelhaften Versorgung mit sauberem Wasser müssen die Schüler der Secondary Maki täglich mehrere Liter Wasser zu ihrem Schulbesuch mitbringen – obwohl viele einen Schulweg von ca. einer Stunde Fußmarsch haben. Zudem steht das Wasser oftmals nicht einmal bei den Kindern zuhause zur Verfügung, sondern muss z.B. vom Nachbarn abgekauft werden. Das mitgebrachte Wasser wird als Trinkwasser und zum Kochen, Putzen und Pflanzen gießen  verwendet. Die Lösung soll der Bau einer Zisterne zum Auffangen von Regenwasser sein, das für alltägliche Dinge genutzt werden kann. Das Kölner Team rund um Johannes hat vier Projektbereiche erarbeitet:

  • Installation von Regenrinnen
  • Bau und Kapazitätserhöhung einer Regenwasserspeicherung / Zisterne
  • Technische Aus- und Weiterbildung der Berufsschüler zum Thema Wasserversorgung
  • Sensibilisierung zum Thema Wasser und Hygiene an der Schule

Um die Umsetzung der geplanten Schritte starten zu können, wurden mithilfe von Fundraising, Großspenden und Tombolas 22.000 € gesammelt. Bauphase viel unglücklicherweise mit dem Beginn der weltweiten Corona-Pandemie zusammen, weswegen das Team von Ingenieure ohne Grenzen vieles von Köln aus koordinieren und auf die Dienstleister vor Ort zählen musste. Durch die sehr gute Kooperation mit der Kilimanjaro Childlight Foundation als Projektpartner vor Ort war eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts dennoch möglich.
 Nach vier Jahren Arbeit konnte der Bau Ende Dezember 2021 abgeschlossen werden. Das Ziel von Johannes und dem Kölner Team ist erreicht: die Wasserversorgung an der Schule ist nun gesichert. Dazu gehört natürlich, wie bei jedem Projekt, der Bildungsauftrag. In diesem Fall wurde den Schüler*innen nahegebracht, wie sie umsichtig mit dem Wasser, das nun zur Verfügung steht, umgehen können und wie es zur optimalen Nutzung gereinigt werden kann. Dazu gehörte auch der Bau eines TippyTap – eine Art Waschbecken, an dem das Händewaschen möglich ist, ohne die Hände in das saubere Wasser eintunken zu müssen. Dadurch lernten die Kinder, hinsichtlich der Nutzung des Wassers zwischen Hygienemaßnahmen und der sonstigen Nutzung wie z.B. der Bewässerung zu unterscheiden.  Mit dem gesammelten Geld konnte das Team zudem den Stromanschluss der Schule ermöglichen und dem Personal einen Drucker zur Verfügung stellen.

Nach der Abnahme des Projekts in diesem Monat gilt „Bildung für Anschluss – Anschluss für Bildung“ offiziell als abgeschlossen. Johannes erzählte uns, dass bereits eine weitere Schule in der Nähe der Secondary Maki für ein nächstes Projekt in Aussicht steht.

Helfen kann so einfach sein

Wir finden das Engagement von Ingenieure ohne Grenzen e.V. großartig. Falls dich Johannes’ Geschichte inspiriert hat, kannst du deinen eigenen Teil dazu leisten, den Verein zu unterstützen. Der Vorteil ist, dass man keinen ingenieurfachlichen Hintergrund haben muss, um aktiv mithelfen zu können. Es werden z.B. auch Helfer*innen in den Bereichen Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit, IT oder Social Media gebraucht. Um zu erfahren, welche Art von Mithilfe zurzeit benötigt wird, haben die Regionalgruppen monatliche Kennlerntreffen. Wer sich nicht aktiv beteiligen kann, kann gerne eine jährliche Mitgliedschaft im Verein abschließen oder eine einmalige Summe spenden.

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