E-Roller einfach selbstgebaut

Von Oktober 2018 bis April 2019 absolvierte Martin Muzik aus Tschechien bei der Energiegewinner-Tochter Projektgewinner GmbH ein Praktikum. Der Elektroingenieur wollte in dieser Zeit seine Kenntnisse über erneuerbare Energien und insbesondere zur Solarenergie erweitern und vertiefen. Diese Tatsache alleine wäre wahrscheinlich keinen Blogbeitrag wert, doch Martin hat seine Zeit bei uns nicht nur für neues Know-how genutzt. In seiner Freizeit tüftelte Martin an einem Elektroroller der Marke Eigenbau, den er bereits während seines Praktikums in Köln fertigstellte. Während seines Aufenthalts in Köln lud er den Rollerakku sogar per PV-Modul auf, sodass er gänzlich auf Netzstrom verzichten konnte.

Zum Bau des E-Rollers kaufte Martin zunächst einen gewöhnlichen Tretroller, einen gebrauchten Motor (300W, 24V), sowie die alte Batterie eines Laptops, die als Akku (42 Batterien mit 24V und 15 AH) dienen sollte. Am Lenker befinden sich zudem ein Controller, der eine elektrische Bindung der einzelnen Teile schafft und eine elektrische Bremse, die dafür sorgt, dass keine Energie verbraucht wird, sobald die Bremse betätigt wird. Die maximale Geschwindigkeit des Gefährts liegt bei 25 km/h, im Durchschnitt fährt man etwa 15 km/h. Eine Akkuladung hat eine Reichweite von 10-15 km.

Innerhalb von drei Wochen stellte Martin den Roller fertig. Als größte Herausforderung stellte sich die Verkettung des Motors mit dem Hinterrad dar, weshalb er sich dazu entschloss ein Fahrradrad mit Ritzel zu kaufen. Für die Sicherheit ist es notwendig ein BMS (Battery Management System) für die Hauptbatterie einzubauen. Dieses System hält die einzelnen Batteriezellen auf demselben Ladestand, sodass die Batterie nicht überladen kann oder zu schnell entladen wird.

Tagsüber hat Martin mit Strom aus PV-Modulen den Reservegenerator, bestehend aus Lead-Acid Batterien, aufgeladen, um den Akku des E-Scooters nachts laden zu können. Damit der Akku nicht geschädigt wird, dauert eine Ladeeinheit im „slow charging mode“ etwa 8 Stunden. Durch die Nutzung des Stroms aus PV-Modulen musste er für die Ladung des Rollers nichts zahlen. Dadurch konnte Martin täglich 5,40€, die er sonst für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs hätte zahlen müssen, einsparen. Die Gesamtkosten des E-Rollers rechneten sich durch die Einsparungen bereits nach 22 Tagen.

In seiner Heimatstadt Pisek in der Tschechischen Republik wird es notwendig sein den Motor des Rollers auszutauschen. Die hügelige Gegend seines Heimatorts ist, im Gegensatz zu Köln, mit dem jetzigen Motor nicht leicht zu bewältigen.

Selbstgebauter E-Roller
Martin neben seinem E-Roller der Marke Eigenbau

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