Wo kommt Ökostrom eigentlich her?

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland beziehen Ökostrom. Doch wo kommt er her und wie ökologisch ist der Strom, der aus unserer Steckdose kommt, wirklich?

Ökostrom – was ist das? 

Ökostrom, Grünstrom oder auch Naturstrom beschreiben die elektrische Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Zu diesen Quellen gehören Photovoltaik, Windenergie, Biomasse und Wasserkraft. In den letzten Jahren ist der Anteil der Ökostromkunden in Deutschland stark angestiegen. Einerseits liegt das daran, dass Umweltschutz und Umweltbewusstsein in der Gesellschaft an Bedeutung zugenommen haben. Andererseits ist auch der Bau und die Förderung von Stromerzeugungsanlagen auf Basis von erneuerbaren Energien gewachsen. So betrug beispielsweise der Anteil der Photovoltaik an der Bruttostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2020 schon 8.9%. Vor zehn Jahren lag der Wert nur bei 1,8%. In 2020 überschritt der Anteil des Stroms aus Erneuerbaren Energien mit 50.5% erstmals den der konventionellen Energieträger.

Wie Öko ist Ökostrom wirklich? 

„Wer grüne Elektrizität kauft, erhält den gleichen grauen Strom wie alle anderen.“ – stimmt das wirklich? Kommt die nachhaltige, grüne Energie, die ich bezahle, auch wirklich aus meiner Steckdose? Leider trifft dies nicht ganz zu. Aus der Steckdose kommt bei Jedem der gleiche Strom. Dementsprechend ist es nie reiner Ökostrom, auch wenn wir für Ökostrom zahlen. Das ist aber noch kein Grund, kein Ökostromkunde zu werden. Denn je mehr Verbraucher einen grünen Stromanbieter wählen, desto höher muss der Anteil an regenerativen Energien am gesamten Strommix sein. Um zu erkennen, ob Ökostrom wirklich ökologisch ist, erhalten Hersteller, die Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugen, sogenannte RECS-Zertifikate.

Wie vertrauenswürdig sind Ökostrom-Zertifikate? 

Das Ziel der Ökostrom-Zertifikate ist es, Verbrauchern einen klar definierten Standard zu bieten. Das klingt auch erstmal logisch: Besitzt ein Stromerzeuger eine hohe Anzahl an Labels, zeigt das dem Verbraucher, dass sein grüner Strom echt ist. Aber stimmt das wirklich?

Ein Stromhersteller erhält ein Zertifikat, wenn er seinen produzierten Strom aus regenerativen Quellen gewinnt. Nachdem er ein Ökostrom-Zertifikat erhalten hat, kann er dieses an Dritte verkaufen. So kommt es häufig vor, dass beispielsweise norwegische Stromproduzenten ihre Ökostrom-Zertifikate an deutsche Unternehmen verkaufen. Das liegt daran, dass der norwegische Strommix fast ausschließlich auf Strom aus Wasserkraft basiert (2011 = 96% Wasserkraft). Nachdem die deutschen Stromproduzenten ein solches Zertifikat erworben haben, können sie ihren Strom ohne Probleme als Ökostrom bezeichnen – egal aus welcher Quelle er gewonnen wird.

Welchen Labels darf man also Vertrauen schenken? Bei der Auswahl eines Ökostromanbieters ist es wichtig darauf zu achten, dass es sich um ein unabhängiges Unternehmen handelt. Tochterunternehmen von Firmen, die Atomstrom oder Kohlestrom produzieren, sollten generell gemieden werden. Es ist empfehlenswert hierbei auf vertrauenswürdige Labels wie das „Grüner-Strom-Label“ , das „ok-Power-Label“ und die „TÜV-Nord/-Süd“-Zertifikate zu achten. Auch Gütesiegel und Ökotest-Bewertungen sind sinnvolle Anhaltspunkte für die Vertrauenswürdigkeit des Stromproduzenten.

Wird „genug“ Ökostrom produziert?

Rund 40-50% der Energiegewinner-Mitglieder beziehen bereits Ökostrom. Wir als Genossenschaft können den Bedarf an Ökostrom unserer Mitglieder decken, da wir mit der Bürgerwerke eG zusammenarbeiten. Die Bürgerwerke eG, ein Zusammenschluss aus Bürgern und Energiegenossenschaften, versorgt bundesweit Menschen mit ökologischem Bürgerstrom und Bürgerökogas aus nachhaltigen Ressourcen, Wir haben uns gefragt, ob auch genügend saubere Energie produziert wird, wenn sich noch mehr Menschen für den Bezug von Ökostrom entscheiden.

Der gewonnene Strom aus erneuerbaren Energien wird in das Stromnetz eingespeist. Wenn die eingespeiste Menge an ökologischem Strom jedoch geringer ist als die benötigte Menge, wird die Differenz mit Strom aus z.B. Atomkraftwerken ausgeglichen. Die Stromgewinnung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen ist oft vom Wetter abhängig, da die Erzeugungsanlagen beispielsweise auf Sonne oder Wind angewiesen sind. Deswegen sichert die Bürgerwerke eG ihre Stromversorgung zusätzlich mit einem Wasserkraftwerk. So kann die Versorgung der Stromkunden zu jedem Zeitpunkt gesichert werden. Diese Vorgehensweise ist die sogenannte zeitgleiche Einspeisung. Bei einer mengengleichen Einspeisung dahingegen könnte die ökologische Herkunft des Stroms nicht dauerhaft gewährleistet werden. Denn der Stromanbieter speist seinen gewonnenen Strom kontinuierlich in das Stromnetz ein und nicht zu einem monatlichen Stichtag. Der Anbieter kann dadurch nicht sicherstellen, dass der monatliche Bedarf der Kunden mit seinem produzierten Strom auch gedeckt werden kann.

Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen

Möchtest du auch Ökostrom über die Energiegewinner eG beziehen?  Zusammen mit der Bürgerwerke eG können wir echten, 100% ökologischen und demokratisch organisierten Bürgerstrom aus erneuerbaren Energien anbieten. Dieser ist mit dem „Grüner Strom Label“, dem „TÜV Nord“-Zertifikat und dem „Ökotest sehr gut“ ausgezeichnet. Hier ist auch wirklich drin, was draufsteht. 

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland beziehen Ökostrom. Doch wo kommt er her und wie ökologisch ist der Strom, der aus unserer Steckdose kommt?

Autor

Letzte Beiträge

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top